Arbeit ist in unserer Gesellschaft ein wesentlicher Faktor der Integration. Neben belastenden Anforderungen erfüllt Arbeit auch wichtige Funktionen für das Selbst, wie eine Strukturierung der Zeit, soziale Auseinandersetzung und Kontakte im Rahmen eines Gemeinschaftserlebnisses, mehr Aktivität, ein höherer sozialer Status sowie Identitätsbildung und Sinnstiftung.
Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen der Arbeitslosigkeit und der Rückfallquote im Rehabilitationsverlauf Suchtkranker. Dieser Zusammenhang bedeutet nicht nur, dass Betroffene leichter arbeitslos werden, sondern auch dass Arbeitslosigkeit rückfallfördernd ist. Deswegen ist die berufliche Orientierung und Integration ein wesentliches Ziel des Therapieprogramms am Erlenhof.
Da unsere KlientInnen oft jahrelang nicht erwerbstätig waren, müssen viele von ihnen das Arbeiten erst wieder erlernen. Anfangs häufig auftretende Probleme sind von geringem Pflichtbewusstsein und Organisationsvermögen über einen Mangel an Konfliktfähigkeit, Frustrationstoleranz oder Respekt gegenüber Vorgesetzten, bis hin zu niedriger Arbeitsbereitschaft und Ausdauer. Aber auch entgrenztes, selbstschädigendes Zufluchtnehmen in die Arbeit kommt immer wieder vor. Diese Problemstellungen erfordern ein aus unterschiedlichen Komponenten zusammengestelltes arbeitstherapeutisches Konzept.
Das Arbeitstherapie im Umfang von zwanzig Wochenstunden oszilliert zwischen einem vorwiegenden Training zum Aufbau und zur Festigung der Arbeitsfähigkeit und einer primär therapeutischen Anwendung im Sinne eines Übungsfeldes für die persönlichen Entwicklungsschritte.
Die KlientInnen sind in der Arbeitstherapie häufig mit den oft erheblichen Unterschieden zwischen Selbst- und Fremdeinschätzung konfrontiert. Kognitive Fähigkeiten wie Merk- und Problemlösungsfähigkeit, Auffassung und Vorstellungsvermögen, die Art der Arbeitsausführung (Ausdauer, Sorgfalt, kritische Kontrolle, Pünktlichkeit), psychomotorische Fähigkeiten, aber auch soziale Fähigkeiten wie Kritik- und Konfliktfähigkeit oder die Akzeptanz von Autoritäten können während der Arbeitstherapie geübt werden.
Die Arbeitstherapie verfolgt in individuellen Abstufungen das Ziel, KlientInnen in eine bessere Ausgangsposition hinsichtlich ihrer Vermittlung am Arbeitsmarkt zu bringen.
Auf Grundlage der Ergebnisse des Arbeitsfähigkeitsprofils, ausgerichtet auf die individuellen Erfordernisse und beruflichen Möglichkeiten wird der Arbeitsbereich ausgewählt und die arbeitstherapeutischen Schwerpunktsetzungen vorgenommen.